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RSSPrint

Weltcafé: „Ach, Du bist Christ? Und was tut man da so?“

Allgemein zur Veranstaltung:

Beteiligung war die Grundlage aller Veranstaltungen im Zentrum Berlin.Zukunft.Kirche und da sich das Veranstaltungsformat „Weltcafé“ für direkte Kommunikation auch mit Großgruppen bereits beim WERKTAG 2014 sehr bewährt hat, wurde am Samstagvormittag des Kirchentages gemeinsam mit dem Platzpublikum, das aus Kirchentagsteilnehmer*innen, Berliner*innen und Tourist*innen bestand, die Frage nach den Perspektiven von Christsein in der Welt erörtert, unter der Maßgabe, dass sich möglichst viele mit ihren Sichtweisen zeigen und beteiligen.

In einem ersten je fünfminütigen Impuls berichteten die Referent*innen Dr. Pia Skarabis-Querfeld, Ärztin, Verein Medizin hilft e.V.; Wolf Schöne, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Rathenow und Terry Reintke, Grüne EU-Politikerin Die GRÜNEN nach dem, was ihr Antrieb sein könnte und auf welches Ziel hin sie sich engagieren.

In den Gesprächsrunden an den Tischen beschäftigten sich die Teilnehmer*innen mit den persönlichen Erfahrungen des Christseins, dazugehörigen praktischen Erfahrungen, Ideen und Anregungen, mit dem gesellschaftlichen Auftrag als Christ und, wie die Zukunft von Kirche mitgestaltet werden kann.

Das erfolgreiche Veranstaltungsformat zeigte erneut den Bedarf an Plattformen der Begegnung und Vernetzung mit praktischen Themen, zu denen alle beitragen können. Die Veranstaltung war gut besucht, die Teilnehmer*innen haben trotz der extremen Hitze konzentriert und interessiert zusammengearbeitet. Die intensive Vorbereitung durch die 60 landeskirchlichen Tisch-Gastgeber*innen hat die Gespräche zielgerichtet gestaltet. Auffallend war eine bunte Mischung an Teilnehmer*innen, also sehr heterogene Gesprächsgruppen. Der Altersschwerpunkt lag bei ca. Mitte 40, die Teilnehmer*innen kamen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands und darüber hinaus, an einem Tisch zum Beispiel aus Sachsen, Schwaben, Frankreich, Hamburg und Berlin. Der geschätzte Anteil an Teilnehmer*innen aus der EKBO lag bei 10 Prozent. Die Teilnehmer*innen waren spürbar innerkirchlich engagiert.

Im Ergebnis wurden die Teilnehmer*innen durch viele Beispiele, Ideen und Anregungen (auch zum Ausprobieren) gestärkt und ermutigt, der (landes-)kirchliche Diskussionsprozess wurde aufgebrochen und um Außen-Perspektiven erweitert und es zeigte sich deutlich, dass die Probleme und Herangehensweisen in anderen Regionen ähnlich sind.

Die zentralen Diskussionspunkte aus den Gesprächsgruppen waren:

  • Die Sehnsucht nach einer Kirche „vor Ort“.
  • Wie Christliche Identität finden und zeigen.
  • Positionierung der Kirche, die sich politisch in die Gesellschaft einbringt.
  • Wertediskussion, gerade bei den jüngeren Teilnehmer*innen
  • Glaubwürdigkeit der Kirche und des Christseins
  • Überwindung des Kirchturmdenkens, gerade für Teilnehmer*innen aus westdeutschen Kontexten
  • Gewinnung von Mitwirkenden, Ehrenamtlichen im Gemeindeleben
  • Fehlende kontextbezogene niedrigschwellige religiöse Formate.

 

Ergebnisse der Veranstaltung

Gute Erfahrungen mit Kirche und Christsein

Sinnsuche und Orientierung

  • Kritischer Dialog
  • Inklusion
  • Wertevermittlung
  • Umweltschutz
  • Wertschätzung und Dankbarkeit
  • Ökofaires Wirtschaften

 

Bildung

  • Impulse, horizonterweiternd
  • Veränderung

 

Soziale Interaktion

  • Ökumene
  • Gelebte Gemeinschaft
  • Geborgenheit (überall auf der Welt)
  • Begeisterung trotz Tradition
  • Generationen verbindend, Kinder, Jugend, Senior*innen
  • Sport
  • Kochen
  • Nachbarschaftshilfe
  • Kirchenmusik

 

Engagement in der Gesellschaft

  • Toleranz und Akzeptanz
  • Ehrenamt
  • Arbeit und Engagement mit Geflüchteten, Bedürftigen, Minderheiten
  • Politisch und gesellschaftlich Position beziehen (Extremismus, Kirchenasyl)
  • Vernetzung
  • Diakonie
  • Hospizarbeit

 

Negative Erfahrungen mit Kirche und Christsein

  • Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit
  • Nachteile durch bekennendes Christsein
  • fehlende Innovationen
  • Kirchturmdenken
  • Einsparungen
  • Kirchenfusionen
  • Pastorenschwund
  • Rechtfertigungs- und Verteidigungsdruck

 

Konkrete Beispiele für aktives Handeln

  • Schülerbibelkreis in der Pause
  • „Oma“-Hilfsdienst
  • Tandem-Jugendarbeit mit Gemeinde in Tschechien
  • christlich-muslimischer Gesprächskreis
  • monatliche Mittagstische
  • Haus der Religionen
  • Kanzeltausch, auch ökumenisch
  • Alternative Finanzierung von Pfarrstellen durch Verein
  • Plattform für Beispiele, Geschichten, Erfahrungen einzelner Gemeinden in ganz Deutschland, vielleicht als Blog, ein Fenster zu den Gemeinden, Berichte aus den Gemeinden

Meine Haltung ist:

  • Werte verteidigend
  • Kommunikation ermöglichend
  • Toleranz und Akzeptanz fördernd
  • Mutig und offen seiend
  • hinsehend und reagierend
  • Profil zeigend und Grenzen setzend
  • Visionen entwickelnd
  • Traditionen respektierend, bewahrend und bildend
  • Qualität statt Masse fördernd
  • ökologisch handelnd
  • Ressourcen teilend

 

Ich kann mich aktiv einbringen, indem ich:

  • mich mit meinem Glauben reflektierend auseinandersetze.
  • mich bilde.
  • Position beziehe, diese vermittele, mich einmische, auch missioniere.
  • im Kleinen wirke, im direkten Umfeld.
  •  weiterdenke und Neues modellhaft ausprobiere und experimentiere.
  • mich politisch und gesellschaftlich engagiere.
  • erinnere und mahne.
  • bete.
  • Kommunikationsräume und Begegnungsmöglichkeiten schaffe.

1.) Unsere Kirche ist ein klassisches Kirchengebäude:

  • mit Turm, Kirchenschiff, starkem Dach und einer Uhr (für Zeitansagen).
  • mit sehr großen transparenten Fenstern, Platz für Austausch, Begegnungscafé, Kaffeebereich, Musik, einem Bereich für Kinder und einer Wohnung im Turm.
  • auf Rädern, in der sich Menschen befinden.

 

2.) Unsere Kirche besteht nur aus einer Kirchturmtür mit angedeutetem Dach. Beide Flügel der Tür sind weit geöffnet, eine Turmuhr zeigt 12 Uhr. Pfeile zeigen die Ausstrahlung vom Kircheninneren nach draußen.

3.) Unsere Kirche besteht aus Händen, die einladen, wärmen, teilen, öffnen, handeln, geben, umarmen und helfen … aus Augen, die sehen, Ohren, die zuhören, einem Mund, um miteinander zu reden.

Letzte Änderung am: 19.10.2017