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© Pixabay

RSSPrint

Team Berlin – Eine Aufstellung zur Metropole und ihrer Kirche

Allgemein zur Veranstaltung:

Bei der Veranstaltung wurde durch Vertreter*innen verschiedener Personengruppen in einer Aufstellung das Selbstverständnis und die Wahrnehmung der Kirche in Berlin bildlich und im Gespräch vorgestellt. Eingeladen waren:

  • Politik und Öffentlichkeit: Stephan-Andreas Casdorff, Tagesspiegel

  • Sozialpolitik: Fatos Topac, MdA Sozialpolitik

  • Junges, kreatives Berlin: Lydia Herms, junge Kreative, digital natives

  • Kirchlich engagiert: Bettina Cordts und Thomas Hirschhäuser

  • EKBO: Ulrike Trautwein

Die Projektverantwortlichen entschieden sich für ein waghalsiges Experiment. Nach den einleitenden Statements (Zukunftsszenarien) durch die Vertreter*innen folgte eine systemische Aufstellung. Menschen einer Stadt öffentlich über die Rolle der Kirche ins Gespräch zu bringen, war eine Premiere und mit dem Risiko behaftet, dass ungeschützt innerkirchliche Konflikte zwischen Ehrenamt und Hauptamt oder zwischen den verschiedenen Vertreter*innen der Stadtgesellschaft aufgeführt werden.

Die öffentliche Situation erforderte also seitens der Aufstellerin eine sensible Handhabung der Methodik. Diese Aufgabe wurde gut bewältigt. Es entstand eine greifbare Situation, und nachvollziehbare Gesprächsgänge zu den Positionen der verschiedenen Vertreter und zur Rolle der Kirche in Berlin. Die Aufstellung funktionierte auf der Bühne allerdings nur teilweise, da die Tiefe des Raumes nicht wirklich ausgenutzt werden konnte. Aus Zeitgründen kam es leider nicht mehr dazu, dass die Vertreter sich noch einmal neu positionierten. Dies hätte möglicherweise zu tieferen Erkenntnissen über die jeweiligen Ansprüche aneinander geführt.

Das Format Aufstellung brachte jedoch „gefühlte Realitäten“ auf die Bühne und diese konnten so stehen gelassen werden oder im Gespräch reflektiert werden. Dynamiken wurden erlebt und vor Augen geführt, wie dies in einem Gespräch oder einer Podiumsdiskussion nicht der Fall sein kann.

Diese Form des Erkenntnisgewinns kann besonders gut für Projekttage zur Situation der Kirche oder auch für Überlegungen zu missionarischen Projekten genutzt werden.

Ergebnisse:

Die Aufstellung zeigte, dass die Kirche von den Vertreter*innen und von sich selbst als gut vernetzt im bürgerlichen Leben wahrgenommen wird. Sie war in der Aufstellung den Vertreter*innen von Politik, Ehrenamt und bürgerlichem Berlin recht nahe.

Die eigenen Ehrenamtlichen sahen sich eher in Halbdistanz zur Institution – werden wir wahr- und ernstgenommen?

Die „Außenseiterrolle“ übernahm die Vertreterin des jungen, kreativen Berlins. Das Werben der „Kirche“ um das „junge Berlin“ wurde nicht erwidert.

Eine gewisse Distanz sollte gewahrt bleiben; auch die kirchliche Sorge um einen Absturz sei unbegründet, so das „junge Berlin“, die Vertreterin formulierte jedoch das Bedürfnis, praktische Lebenshilfe seitens der Kirche zu erfahren. Dies sei nicht ausreichend der Fall oder wird nicht ausreichend kommuniziert. Junge Menschen sind nicht nur jung und kreativ, sondern vor allem wohnungs- und arbeitssuchend und erwarten in dieser Lebensphase konkrete Unterstützung.

Die evangelische Kirche ist von anderen Akteur*innen willkommen, gewünscht und geschätzt als Mitspielerin in einem Team bei der Gestaltung der Stadt – wenn sie sich selbst so versteht. Sie steht – entgegen der manchmal geäußerten eigenen Wahrnehmung – nicht am Rand, sondern mittendrin. Sie hat manchmal (noch) Schwierigkeiten, ihre Freiwilligen („Glieder des Leibes Christi“) als ihr eigentliches Subjekt und nicht als Helfer*innen der Hauptamtlichen zu sehen. Eine besondere Herausforderung ist die Gruppe der zuziehenden jungen Erwachsenen mit stärkerem kulturellem als sozialem Interesse. Sie begegnen der evangelischen Kirche zunächst kaum und entwickeln keine Beziehung.

 

 

Letzte Änderung am: 19.10.2017