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RSSPrint

In der Höhle der Löwen

Allgemein zur Veranstaltung:

In der Projektleitung war der Wunsch entstanden, innovativen kirchlichen Projektideen aus Gemeinden, aber auch Kirchenkreisen und diakonischen Einrichtungen die Möglichkeit einer großen Bühne auf dem Kirchentag zu geben. Ein Veranstaltungsformat in Anlehnung an die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ konnte  in kurzer Zeit mehreren sehr unterschiedlichen Projekten die Möglichkeit zur Vorstellung auf einer Bühne zu geben. Inwieweit kirchliche Projekte verglichen und als Sieger gekürt werden können und sollten, wurde intensiv diskutiert. Den Projektverantwortlichen war es wichtig, Kirche als einen Raum zum Ausprobieren darzustellen, wo innovative und starke Projektideen entstehen und umgesetzt werden können, gleichzeitig aber auch das kritische Hinterfragen zur Finanzierbarkeit und Umsetzung von Projektideen in die Debatte um kirchliche Projekte zu integrieren. Ein Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung hat diesen Aspekt aufgegriffen und half die Veranstaltungsidee richtig einzuordnen. Dem Bewerbungsaufruf in alle Landeskirchen bis Ende Januar 2017 folgten vielfältige Projektvorschläge. Anhand von Kriterien wurde durch die Veranstaltungsverantwortlichen entschieden, welche sechs Projekte zur Präsentation auf der Bühne eingeladen werden.

Folgende Kriterien wurden bei der Auswahl berücksichtigt:

  • Nachhaltigkeit der Projekte
  • Übertragbarkeit der Projektidee in andere Prozesse/Möglichkeit der Nachahmung
  • Einbindung von Ehrenamtlichen
  • Einbindung von Kindern und Jugendlichen
  • Ziele der Projekte
  • weitere Kooperationspartner*innen im Sozialraum
  • Projektidee unabhängig von Person funktionsfähig

 

Am Tag der Veranstaltung erhielt jedes Projekt auf der Bühne die Möglichkeit sich mit einem Film zu präsentieren und im Anschluss durch Rückfragen von drei Expert*innen geprüft zu werden. Abschließend fiel die Entscheidung zur zusätzlichen Förderung der Projekte (anders als in der Fernsehshow) nicht durch die Expert*innen sondern durch das Publikum. Um den Abstimmungsprozess für das Publikum zu erleichtern, wurde jedem Projekt eine Farbe zugelost, wodurch die Reihenfolge der Projektpräsentation auf der Bühne zufällig war. Auf den Mitmach-Charakter der Veranstaltung wurde – im Unterschied zur Fernsehshow – besonderer Wert gelegt. Neue Projektideen können sich nur durchsetzen, wenn sie eine große Masse von Menschen ansprechen. Die Verteilung des Preisgeldes erfolgte prozentual anhand der Abstimmung durch das Publikum. Alle Projekte sind als Gewinner*innen sowohl in finanzieller Hinsicht als besonders auch in medialer Aufmerksamkeit aus der Veranstaltung hervorgegangen. Alle Expert*innen und Moderator*innen haben auf der Bühne auf ein konstruktives und respektvolles Miteinander geachtet. Es war eine gelungene und gut besuchte Veranstaltung, die durch Projektvertreter*innen aus anderen Landeskirchen ein breites Bild der evangelischen Kirche in Deutschland auf eine große Bühne des Kirchentages gebracht hat.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch die Heavy Metal Band Sanity, ein gewagtes Experiment, welches jedoch am Ende gut funktioniert hat und zum Charakter der Veranstaltung gut gepasst hat.

Die Zuschauer*innen der Veranstaltung fühlten sich durch regionale Projekte angesprochen. Der Mitmachcharakter erzeugte Freude und das Gefühl von „Ich kann etwas beeinflussen“.  Alle konnten die leicht zu vermittelnden Projektideen mitnehmen und ggf. in abgewandelter Form in der eigenen Gemeinde einbringen. Eventuell hat sich dadurch auch jemand ermutigt und bestärkt gefühlt, eine eigene Projektidee auszuprobieren.

Projekte:

Die einzelnen Projekte, die sich vorgestellt haben, wurden durch die Auswahl in ihrer Arbeit gestärkt und motiviert. Einige konnten die Teilnahme für mediale (regionale) Aufmerksamkeit nutzen. Alle Projekte profitieren von dem gedrehten Vorstellungsfilm, der weiterhin als Imagefilm genutzt wird. Alle Videos finden Sie zum Download unter: https://www.dropbox.com/sh/ldodystq15auxjv/AAAFyEuOuEzaYZxqsYUPdTT1a?dl=0

In Baden-Württemberg konnten die Projekte Unterstützung bei der Erstellung des Filmes durch die Landeskirche akquirieren.

In der Vorbereitung und Bewerbung mussten sich die Projektvorstellenden zudem intensiv mit ihren bisherigen Erfahrungen auseinander setzen und konnten damit zum Reflektieren des bisherigen Projektablaufs angeregt werden. Die Diskussion auf der Bühne führte zu Erfahrungsaustausch mit anderen Projekten und sinnvollen Anmerkungen der Expert*innen, die zur Weiterarbeit genutzt werden können.

Eine sehr unterschiedliche Mischung von Projekten hat sich beworben, teilweise sind die Bewerbungen leider zu spät oder unvollständig eingegangen. Die Themen Kommunikation bzw. Kommunikationsverbesserung, gemeinsames Essen bzw. Lebensmittelherstellung und der Mitmach-Charakter von Veranstaltungen ist prägend für die Projektideen, die sich beworben haben bzw. vorgeschlagen worden sind.

Beispiele für eingegangene Bewerbungen:

  • Werkkirche, Ev. Kirchenkreis Berlin Nord-Ost
  • Mobile Kirche, Heinsberg
  • Café Mahl-Zeit, Kehl/Kork
  • Bunte Kirche Neustadt, Dresden
  • Kirchenkäserei, Sindolsheim
  • Torte im Park, Hildesheim
  • Mittendrin Begegnungszentrum, Schriesheim
  • Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen, Hannover
  • Projektvorschlag Ulf Compart
  • Herzschlag, der Jungen Gemeinde in Nordhausen/Thüringen
  • Godspot, EKBO
  • Lighthouse-bremen.de
  • www.expowal.de, Hannover
  • Celebrer ensemble (Deutsch-Französischer Gottesdienst), Berlin
  • Erlebniskirche, Ev. KK Cottbus
  • Ein Besuch bei Frau Kirche – interaktive Kirchenführungen für Kinder, Französische Friedrichstadt Kirche Berlin


Projekt

Preisgeld

Torte im Park

1.575 Euro

Mobile Kirche

855 Euro

Café Mahl-Zeit

735 Euro

Kirchenkäserei Sindolsheim

735 Euro

Werkkirche

670 Euro

Bunte Kirche Neustadt

430 Euro

Mediale Berichterstattung/Nachahmungsfaktor:

Für die Veranstaltung gab es zur Durchführung und im Vorfeld einiges mediales Interesse, u.a. Chrismon, Bistumspresse, Radio.

Nach Rückmeldung der sechs vorgestellten Projekte konnte besonders das Siegerprojekt Torte im Park von einem großen medialen Echo nach der Veranstaltung profitieren:

  • positives Feedback im eigenen Kirchenkreis
  • Berichterstattung in der katholischen Wochenzeitung für das Bistum Osnabrück
  • Interviews im Bürgerradio Tonkuhle und WDR
  • Hausarbeit einer Studentin über niederschwellige Angebote in der sozialen Arbeit am Beispiel der „Torte im Park“
  • Präsentation des Projekts im Sprengel
  • Bericht zum Projekt im Buch von Susanne Fetzer „80 Plus und Mittendrin“

Wir wissen bereits von einer Gemeinde aus Berlin und Hannover, die das Projekt adaptieren wollen.

Auch Café-Mahlzeit hat von mehr (medialer) Aufmerksamkeit profitiert:

  • Kirchenbezirk hat in der Dekanatsinfo darüber berichtet
  • Bericht im Infoheft der Diakonie Kork und online
  • Landeskirche hat auf Facebook
  • Regionaler Radiosender

Die mobile Kirche Heinsberg hatte schon vor dem Kirchentag gute mediale Resonanz, konnte dies jedoch im Nachgang noch weiter verstärken:

  • epd
  • regionaler Fernsehsender regio tv
  • Anfrage von WDR5 (Rundfunk) konnte noch nicht umgesetzt werden

Nach der Veranstaltung wurde zurückgemeldet, dass nicht alle Vertreter*innen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Gemeindeberatung der Landeskirchen die Information zur Bewerbung gut weitergeleitet hatten. Hier besteht verstärkter Vernetzungs- und Kommunikationsbedarf besonders innerhalb der Landeskirchen.

Kriterien für erfolgreiche Projekte

Die Themen Essen und Begegnung stehen im Vordergrund (Torte im Park). Es wurden regionale Bezüge hergestellt, und regionale Spezialitäten zubereitet (Kirchenkäserei oder Café-Mahlzeit). Trotzdem wird deutlich, dass fast alle Projekte vom Einsatz einer oder weniger Personen abhängig sind. Die Gefahr bleibt, dass die Projekte wieder verschwinden, sollten die Personen das Engagement nicht weiterführen können.

Wer immer noch einen Ohrwurm hat oder ihn gerne wieder hätte, kann sich den Throne Jingle "Holy is the Lord God Almighty, who was, and is, and is to come" von Sanity runterladen. 

Letzte Änderung am: 19.10.2017